05.05.2010

Von: WM

Hannover: Licht aus im LKW-Reifenwerk Stöcken

Conti macht wieder Gewinn, vor allem mit Reifen

Continental schließt sein letztes deutsches Lkw-Reifenwerk. Nach einer Vereinbarung zwischen Unternehmensführung und Betriebsrat bekommen die letzten 210 Mitarbeiter des Werkes Stöcken am Stammsitz Hannover das Angebot, in eine Qualifizierungsgesellschaft zu wechseln. Eine wirtschaftlich vertretbare Produktion von Lkw-Reifen sei an dem Standort nicht möglich, erklärten Unternehmenssprecher.

Der frühere Conti-Chef Wennemer wollte das Lkw-Reifenwerk in Hannover-Stöcken zunächst komplett schließen. Nach massivem Widerstand der Belegschaft mit Unterstützung aus ganz Europa wurde vor einem Jahr die Entscheidung über die Schließung vertagt.

Für die rund 800 Beschäftigten wurde ein Sozialplan ausgehandelt. Der Großteil der Mitarbeiter ist bereits in Rente oder Altersteilzeit oder in eine Qualifizierungsgesellschaft gewechselt. Zudem liefen befristete Verträge aus. Für rund 200 Beschäftigte wurden andere Jobs im Unternehmen gefunden.

IG BCE: Schließung Folge einer falschen Verlagerungsstrategie

Die Gewerkschaft IG BCE kritisierte, die Schließung sei eine Folge der langjährigen Verlagerungsstrategie von Produktion ins Ausland. "Diese Strategie halten wir weiterhin für falsch", sagte IG- BCE-Landesbezirksleiter Ralf Becker. "Es wäre sinnvoller, perspektivisch wettbewerbsfähige Arbeitsplätze und industrielle Produktion in Deutschland zu erhalten."

Aus Kostengründen hatte Conti vor einigen Jahren bereits das Pkw- Reifenwerk in Hannover geschlossen. Der Konzern setzt auf eine kostengünstigere Produktion etwa in Osteuropa. Conti fertigt in Deutschland Reifen für Personenwagen noch in Aachen und im hessischen Korbach. Die konzernweit größten Reifenwerke sind in Puchov (Slowakei), Otrokovice (Tschechische Republik) sowie in Mount Vernon in den USA.

Conti macht wieder Gewinn, vor allem mit Reifen

Gleichzeitig hat Conti im ersten Quartal 2010 wieder Gewinn gemacht, vor allem in der Reifensparte: Der Nettogewinn betrug 228 Millionen Euro nach einem Minus von 267 Millionen vor einem Jahr.


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