06.07.2010

Von: rlb/WM

Neuanläufe nur noch in Brasov (Rumänien)?

Stellungnahme der Conti-Betriebsräte der BU Fuel Supply

zum Download:
10-06-25-Note.pdf

In einer offenen Stellungnahme wenden sich die Conti-Betriebsräte der Business Unit Fuel Supply (Brennstoffzufuhr), die zum Bereich Powertrain (Antriebsstrang) gehört, dagegen, dass Neuanläufe in der Produktion nicht mehr an den deutschen Standorten gestartet werden sollen. Ihre Stellungnahme haben die Betriebsräte in den letzten Tagen an die betroffenen Belegschaften verteilt.

Neuanläufe nur noch in Rumänien – dafür auch noch Belegschaftsbeiträge ?

Ab 2011 sollen alle Neuanläufe für Fördereinheiten und spätestens ab 2013 auch die Pumpenanläufe im rumänischen Brasov gestartet werden. Dort hat Conti zum 1.8.2010 5.000 qm Hallenfläche von Schaeffler gemietet.

Alternative Arbeitsplätze an den betroffenen Standorten Dortmund und Bebra bietet das Management nicht. Stattdessen verlangen die BU-Manager von den Beschäftigten weitere materielle Zugeständnisse auf dem „Weg in die Perspektivlosigkeit und Existenznot“.

In Dortmund arbeiten 1.000 von 1.100 Beschäftigten für Fuel Supply. 250 Beschäftigte und 100 Leiharbeiter sind in Dortmund direkt von Entlassung bedroht. In Bebra produzieren 350 von 1.100 Beschäftigten für die BU.

Unternehmerische Fehlentscheidungen beklagt

Die Betriebsräte beklagen eine ganze Reihe unternehmerischer Fehlentscheidungen in den letzten Jahren und die Unfähigkeit, gemeinsam mit den Beschäftigten, den Arbeitnehmervertretern und der IG Metall ein tragfähiges Zukunftskonzept für die BU zu erarbeiten.

Sie erwarten Alternativen zu phantasielosen Kostensenkungsprogrammen und Verlagerungsplänen, faire Vollkostenrechnungen statt politischer Vorgaben sowie Investitionen in Innovationen und neue Produkte zur Sicherung der Standorte.

Auswüchse der Conti-Unternehmensführung nach Kennziffern

Die Planungen zeigen die Fehlsteuerung durch die Conti-Unternehmensführung nach Kennziffern. Die Steuerung nach EBIT führt dazu, dass die Manager der einzelnen BUs nur an ihren  Zahlen gemessen werden. Dass der Vorstand sich nicht einmischt, solange die Zahlen stimmen. Dass es keine abgestimmte Strategie zur Sicherung der Standorte mehr gibt, die in der Regel aber für mehrere BUs produzieren.

Dass der Markt im Konzern im freien Spiel durchregiert, dass jede BU nur sich selbst optimiert und dass längerfristige Standort- und Beschäftigteninteressen auf der Strecke bleiben.


Druckansicht weiterempfehlen
Share/Bookmark/Subscribe