22.05.2010

Von: HR

Sparpläne in Regensburg: Das muss vom Tisch!

Ein aktuelles Flugblatt für die Conti-Beschäftigten in Regensburg informiert über die radikalen Sparpläne der Geschäftsleitung und ruft dazu auf, bei deren Abwehr zusammenzustehen.

Harte Auseinandersetzung

Im Oktober 2009 hatte die Unternehmensleitung ihre Absicht bekannt gemacht, durch einen Ergänzungstarifvertrag für den Standort bis 2014 30 Millionen Euro jährlich einzusparen - auf die 6.000 Beschäftigten umgerechnet bedeutet das eine Summe von 5.000 Euro pro Jahr von jedem einzelnen. Conti denkt unter anderem an Kürzungen bei Urlaubsgeld und 13. Monatsgehalt, Verschiebung der Tariferhöhung, Arbeitszeitverlängerung und Einsparungen bei den Gehaltsanpassungen der "Außertariflichen". Die lapidare Begründung: Regensburg soll gegen die Konkurrenz der anderen Conti-Standorte wettbewerbsfähig gemacht werden, indem man die Werkskosten auf unter 20 Prozent des Umsatzes reduziert.

Streichkonzert auf Biegen und Brechen

Die Tarifkommission und die Mitgliederversammlungen der IG Metall haben als klares Ziel ergeben, dass Gespräche nur möglich sind, wenn der Arbeitgeber deutlich von seinem Forderungsvolumen abweicht. Ein entsprechendes Sondierungsgespräch am 17. Mai hat jedoch keinerlei Bereitschaft dazu ergeben - Conti will seine Sparpläne offenbar auf Biegen und Brechen durchsetzen. Die dahinterstehende Drohung: Anderenfalls würde der Umsatz in Regensburg einbrechen und die Entwicklung neuer Projekte auf den Prüfstand kommen, was wiederum Arbeitsplätze gefährde.

Aus Sicht der Arbeitnehmerseite stellt dieses Szenario eine klare Erpressung dar. Der Standort schreibt schwarze Zahlen, die Belegschaft hat in der Vergangenheit bereits erhebliche Zugeständnisse - Kurzarbeit, Abbau von 40-Stunden-Verträgen, Verschiebung der Tariferhöhung, Abbau von Nachtschicht, Versetzungen - gemacht. Eine wirtschaftliche Begründung für das Streichkonzert ist nicht auszumachen. Die IG Metall ist selbstverständlich dennoch grundsätzlich bereit, mit der Geschäftsleitung über die Zukunftssicherung für Conti Regensburg zu sprechen, verlangt aber, ohne Vorbedingungen in solche Gespräche einzutreten.

Chancen nur mit einer starken Gewerkschaft

Vor diesem Hintergrund rufen die IG Metall und der Betriebsrat die Belegschaft auf, zusammenzuhalten und sich gemeinsam den kommenden Herausforderungen zu stellen. Sibylle Wankel, die Tarifexpertin der IG Metall Bayern und Sprecherin der Conti-Tarifkommission, betont: "Die Belegschaft muss sich jetzt verstärkt mit den Problemen der Beschäftigungssicherung am Standort Regensburg auseinandersetzen." Das schließt eine starke Gewerkschaft mit einem stabilen Rückhalt bei den Beschäftigten ein, so der abschließende Appell: "Wann, wenn nicht jetzt, ist es an der Zeit, darüber nachzudenken, dass die Interessen der Belegschaft am besten und sinnvollsten durch eine starke Gewerkschaft vertreten werden?"

Das Flugblatt der IG Metall wird seit Freitag am Standort verteilt. Als PDF kann man es über obenstehenden Link (Conti-2-2010.pdf) herunterladen.


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