20.11.2009

Von: ng

Regensburg: Erpressung der Standorte geht weiter

Sehr gut besuchte Betriebsversammlung

Nach Karben, Ingolstadt und Villingen ist jetzt Regensburg an der Reihe. Der Verband der bayerischen Metall- und Elektroindustrie hat bei der IG Metall einen Antrag über Verhandlungen zu einem Ergänzungstarifvertrag für den Standort Regensburg gestellt. Die Mitarbeiter sollen Aufträge für den Standort mit Einkommensreduzierungen finanzieren.

In einer Betriebsversammlung wurde von der Firmenleitung dargestellt, dass trotz steigendem Umsatz im nächsten Jahr die gleichen Einsparungen von den Mitarbeitern erwartet werden wie 2009. Allerdings ohne Kurzarbeit, da sonst die Abarbeitung der Aufträge gefährdet sei.

Gleichzeitig wird auf die Kostenbundesliga innerhalb der Standorte der Continental AG verwiesen und gezielt der Wettbewerb angeheizt: "Wer hat die niedrigsten Personalkosten im Land". Viel Verständnis ist bei den Mitarbeitern speziell in der Produktion nicht zu erwarten, da derzeit vermehrt Zusatzschichten und Sonntagsarbeit abverlangt werden, um die Lieferengpässe durch steigende  Abrufe trotz fehlendem Material und bei reduzierter Mannschaft aufzuholen.

Der Betriebsratsvorsitzende Hans Fischl und Jürgen Scholz von der IG Metall machten deutlich, dass ein Eingriff in den Tarifvertrag nur das letzte Mittel sein kann, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft und die internen Hausaufgaben abgearbeitet wurden. Eine Wirtschaftsberatung wird mit der Prüfung der Situation des Standortes und der Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten vom Betriebsrat beauftragt werden.

Ausdrücklich wiesen Betriebsrat und IG Metall darauf hin, dass die Entscheidung zu einem Ergänzungstarifvertrag bei der IG Metall und ihren Mitgliedern liege. "Nur die IG-Metall-Mitglieder werden mitreden und mitentscheiden". Diese Motivation des Arbeitgebers zur Mitgliedschaft in der IG Metall nahmen zahlreiche Mitarbeiter auch aus dem Entwicklungsbereich dankbar auf.


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