
Bei positiver Geschäftsentwicklung bis Anfang 2012 Conti-Dividende möglich
In einem Interview mit dem Handelsblatt erläutert Conti-Chef Elmar Degenhart die Aussichten für die Elektromobilität und die Anstrengungen von Conti auf diesem Gebiet. Conti hat zur Zeit mit 17 Kunden rund 90 Serienprojekte, die in den nächsten zwei Jahren realisiert werden. Dabei entfallen mehr Projekte auf das reine elektrische Fahren als auf Hybridsysteme. Bereits zehn Prozent der Projekte kommen aus Asien.
Die Conti-Serienproduktion von Elektromotoren ist in der Hochlaufphase. Ziel ist eine Jahreskapazität von 75000 Motoren. Das Niveau soll im zweiten Halbjahr 2012 erreicht werden. Erster Conti-Kunde ist Renault. Conti fertigt Elektromotoren allein, weil die Interessen der Kunden in Europa zu unterschiedlich sind. Anders z.B. in China, wo der Staat bei E-Antrieben Zulieferer zu Joint Ventures mit einheimischen Unternehmen drängt.
Vier Phasen der Entwicklung der E-Mobilität
Während Degenhart vor einem übertriebenen Hype warnt, weil bei den Kosten der E-Mobilität im Vergleich zum herkömmlichen Verbrennungsmotor aktuell eine gewaltige Lücke bleibt, rechnet der Conti-Chef für 2025 bei gleichen Rahmenbedingungen weltweit mit einer Produktion von 115 Millionen Autos und leichten Nutzfahrzeugen und je nach Region von mehr als 40 Prozent Fahrzeugen mit Hybrid- oder Elektroantrieb. Davon dürfte rund ein Viertel rein elektrisch fahren.
Der Grund: Die Produktionskosten sinken wahrscheinlich schneller als angenommen. Sobald die Preise deutlich sinken, gibt es ein großes Potenzial an Interessenten, die ein E-Auto kaufen würden. Für Degenhart vollzieht sich deshalb die Entwicklung der E-Mobilität in vier Phasen: Phase eins sind Pilotfahrzeuge wie der Renault E-Kangoo. Die nächste Generation der Elektrofahrzeuge ist bis 2015 auf dem Markt – mit deutlich steigenden Stückzahlen. Generation drei folgt bis 2019. Die Modelle der Phase vier sind um das Jahr 2023 verfügbar und müssen deutlich günstiger sein als heute. Die Differenz zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor liegt dann unter 5000 Euro.
Conti-Dividende an Schaeffler möglich
Laut Degenhart hat Conti aktuell 164.000 Beschäftigte und erwartet 2011 einen Umsatz von mindestens 29,5 Milliarden Euro. Für ihn ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Mitarbeiterzahl an 200.000 heranreicht.
Laut Degenhart ist 2011 ein gutes Jahr. Degenhart hält deshalb erstmals wieder eine Conti-Dividende für möglich, falls sich das Geschäft bis Anfang 2012 positiv entwickelt.

