
Die Verhandlungen zwischen Conti und der Gewerkschaft CGT zu Schließung des Reifenwerks in Clairoix wurden am 24. November mit einer Einigung beendet. Nur drei Tage später gibt es neuen Zündstoff, dieses Mal in Sarreguemines.
Für die 1.120 Beschäftigten in Clairoix soll Anfang 2010 ein Sozialplan in Kraft treten, das Werk schließt am 1. Januar. Der Sozialplan sieht französischen Medien zufolge Abfindungen von 50.000 Euro pro Kopf sowie eine Reihe weiterer Maßnahmen vor; unter anderem soll Continental die Mitarbeiter aktiv dabei unterstützen, eine neue Beschäftigung zu finden.
Ende in Clairoix ...
In Clairoix endet damit ein Konflikt, der im März 2009 begonnen hatte und teilweise zu Krawallen wie der Verwüstung einer Präfektur geführt hatte. Aufgrund der dadurch entstandenen Aufmerksamkeit der Medien galt der Vorgang als eine Art Musterbeispiel für zahllose ähnliche Konflikte zwischen Unternehmen und Belegschaften.
... Anfang in Sarreguemines
Nur drei Tage später, am 27. November, entzündet sich im ostfranzösischen Sarreguemines gleich der nächste Konflikt bei Conti (Foto). Rund 1.300 Beschäftigte haben einen unbefristeten Streik begonnen, um gegen eine Reorganisation der Fertigung zu protestieren. Die Geschäftsführung hatte in deren Rahmen vorgesehen, die Jahresarbeitszeit um 135 Stunden für die normale Schichten und 314 Stunden für Feiertags- und Wochenendschichten zu erhöhen - ohne finanziellen Ausgleich, wie die Gewerkschaft CFDT betont. Die Geschäftsführung begründet diese Einsparungen, die vor allem mit stark verkürzten Pausen und gestrichenen Freischichten erreicht werden sollen, mit massiven Umsatzeinbrüchen.
Ein CFDT-Sprecher kritisierte auch grenzüberschreitende Aspekte der Sparpläne: "Man will uns in Konkurrenz zu unseren deutschen Kollegen setzen, indem man droht, nichts mehr in unser Werk zu investieren, falls wir nicht mitmachen."


