21.01.2010

Von: WM

Conti: Banken drängen auf schnelle Umschuldung

Jetzt kommt Anleihe – Conti-Aktie hochgestuft

Nach der Anfang Januar blitzartig durchgezogenen Conti-Kapitalerhöhung um 1,1 Mrd. Euro drängen die Conti-Gläubigerbanken nun auf die schnelle Ausgabe einer Hochzins-Anleihe zur weiteren Refinanzierung des Konzerns. Das berichtet das Handelsblatt. In den Unterlagen zur Conti-Kapitalerhöhung ist von der Ausgabe einer Hochzinsanleihe im ersten Halbjahr 2010 die Rede.

Conti ist vor allem durch die Übernahme von VDO im Jahre 2007 noch mit 9,5 Mrd. Euro verschuldet. Im August 2010 werden Kredite in Höhe von 3,5 Mrd. Euro fällig, die mit den Einnahmen aus der Ausgabe nuer Aktien und mit der geplanten Anleihe getilgt werden sollen. Diese Auflagen hatten Contis Gläubigerbanken bei der Restrukturierung der Kredite Ende 2009 gemacht.

Mit einer Anleihe, einem zinstragenden Wertpapier, sichern sich Unternehmen langfristig Fremdkapital. Zum Ende der Laufzeit von 4 oder mehr Jahren wird eine Anleihe zum Nennwert zurückgezahlt. Je weniger eine Anleihe besichert ist, desto höher der Zinssatz. Durch eine Anleihe erhält ein Unternehmen frisches Geld, muss aber – anders als bei Krediten - keine zusätzlichen Sicherheiten liefern. Anders als Aktionäre oder kreditgebende Banken haben die Käufer einer Anleihe kein Mitspracherecht im Unternehmen.

Die Ausgabe einer Wandelanleihe, die am Ende der Laufzeit in Aktien umgewandelt wird, kommt im Fall von Conti nicht in Frage, da dadurch der Schaeffler-Anteil von jetzt 75,1 Prozent der Conti-Aktien verwässert würde.

Wegen des Schuldenabbaus erwartet die Finanzbranche einen weiteren Anstieg des Conti-Aktienkurses. Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat die Conti-Aktien gerade von "Neutral" auf "Outperform" hochgestuft und das Kursziel von 30 auf 52 Euro erhöht. Erwartet wird eine überdurchschnittliche Profitabilität und ein starker Cash Flow. Conti-Aktien seien derzeit etwa 25 Prozent günstiger als Michelin.


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