
Degenhart: “Keine Veranlassung, Teufel an die Wand zu malen”
Nach einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen (FAZ, 9.9.11) gibt es im Conti-Geschäft noch keine Anzeichen einer Abschwächung. Auch für 2012 rechnet Degenhart mit einer weltweit noch leicht steigenden PKW-Produktion, getrieben durch die Märkte u.a. in China und Brasilien. Aber auch stagnierende Stückzahlen im nächsten Jahr wären für Conti keine Katastrophe. Degenhart: “Selbst dann würde Continental immer noch um einen mittleren einstelligen Prozentsatz wachsen.” Das liegt einerseits am Conti-Portfolio. Der Elektronik-Anteil in den Fahrzeugen wächst. Außerdem an der Conti-Expansion besonders in den stark wachsenden Schwellenländern.
Laut Degenhart steht Conti deshalb weiter zu seiner Prognose, in diesem Jahr den Umsatz um mindestens zehn Prozent auf 29,5 Milliarden Euro zu steigern und eine bereinigte operative Umsatzrendite von 10 Prozent zu schaffen. Für den Fall einer erneuten Krise sieht Degenhart Conti deutlich besser aufgestellt als 2009, weil die Bereiche Powertrain und Interior restrukturiert sind und die Finanzierung langfristig sehr solide aufgestellt ist. Außerdem ist das Conti-Reifengeschäft weniger konjunkturabhängig.
“Die Chinesen brauchen uns”
In China und anderen Schwellenländern will Conti mit den lokalen Herstellern direkt ins Geschäft kommen. Conti geht davon aus, dass in Brasilien, China, Indien und Russland bald dieselbe Basisausstattung an Sicherheitstechnik (z.B. ABS) in Autos verbaut wird, die heute in Industrieländern normal ist. Die Gefahr, etwa in China durch lokale Mitbewerber abgehängt zu werden, sieht Degenhart nicht. “Wir sind selbstbewusst genug, um zu sagen, dass uns die Chinesen brauchen, ... mindestens solange wir technologisch besser sind.”
“Hype” um Elektromobilität
Zur Diskussion um das Elektroauto erklärte Degenhart, Conti habe sich vom Hype um die E-Mobilität nie anstecken lassen. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 in Deutschland eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen, sei kaum erreichbar. Conti rechnet, dass 2020 weltweit erst drei Prozent der Neuwagen reine Elektroautos und acht Prozent der Neuwagen Hybride sind.

