28.06.2010

Von: js/WM

Regensburg: Sehr gut besuchte Betriebsversammlungen

416-Euro-Geldscheine zeigen: Das kostet das 30-Mio-€-Diktat jeden Beschäftigten

In den beiden sehr gut besuchten Betriebsversammlungen am Conti-Automotive-Standort Regensburg Mitte Juni ging es vor allem ums Geld. Und zwar um die 30 Mio. Euro, die die Regensburger Belegschaft jährlich aufbringen soll, damit Standort und Beschäftigung gesichert werden.

Vor der Versammlung hatten die IG Metall-Vertrauensleute 416 €-Geldscheine mit dem Conti-Logo verteilt. Das ist monatlich der Betrag, den die 30 Mio. Euro-Forderung der Geschäftsführung im Durchschnitt jeden der 6.000 Conti-Beschäftigten in Regensburg kosten würde.

Die 416 €-Geldscheine machten unmißverständlich klar, was für die Conti-Belegschaft auf dem Spiel steht. Entsprechend gespannt war die Stimmung in den beiden Versammlungen.

Verhandlungen ja, aber ohne Vorbedingungen

In ihren Beiträgen, die immer wieder von spontanem Applaus unterbrochen wurden, gingen der Betriebsratsvorsitzende Hans Fischl und Josef Forster sowie Sibylle Wankel von der IG Metall ausführlich auf die von der Geschäftsführung geforderten 30 Mio. Euro ein. Ihre Aussage: Verhandlungen ja, aber ohne Vorbedingungen.

Das geforderte Belegschaftsopfer ist angesichts der Situation am Standort unverständlich. Denn die Geschäftsführung berichtete über hohe Auslastung, eine sehr gute Auftragslage, Überstunden, Sonderschichten und Wochenendarbeit.

Angeblich muss Conti wegen der hohen Auslastung in Regensburg sogar 100 Mitarbeiter einstellen, wenn die jetzige Mannschaft nicht 3 Stunden mehr arbeitet. Das zeigt, dass die Länge der Arbeitszeit Einfluss auf die Zahl der Arbeitsplätze, auf die Beschäftigung hat.


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