
Das Festhalten des Conti-Managements am Abbau von 156 Stellen, seine rigorose Ablehnung einer Standortsicherung und die Verweigerung von Verhandlungen über Beschäftigungs- und Standortsicherung sorgen zunehmend für Empörung.
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Conti-Wetzlar-20-7-09.pdf
Keine Beerdigung auf Raten
Nach einem von der IG Metall und dem Conti-Betriebsrat organisierten Workshop in Wetzlar forderten die rund 30 TeilnehmerInnen des Workshops (Foto) "endlich Klarheit über die Zukunft des Standorts Wetzlar." Gleichzeitig betonten sie ihre Entschlossenheit: "Eine Beerdigung auf Raten machen wir nicht mit."
"Perspektivische Personalplanung"
Zuvor hatte die Geschäftsleitung dem Betriebsrat ein Papier mit dem Titel "Prinzip der Perspektivischen Personalplanung" vorgelegt; es machte deutlich, dass man in Wetzlar rigoros die Vorgaben der Konzernzentrale umsetzen, also weitere 156 Stellen abbauen will - jede vierte am Standort. Zusätzlicher Personalabbau soll folgen, eine wie auch immer geartete Standortsicherung wird abgelehnt. Der Vorschlag von Betriebsrat und IG Metall, über Kostensenkungen zu verhandeln und im Gegenzug den Versuch zu unternehmen, alle Beschäftigten am Standort zu halten, stieß beim Management auf kein Interesse.
Nichts aus der Krise gelernt?
Ferdinand Hareter von der IG Metall Mittelhessen wirft Conti deshalb unsoziales, phantasieloses Verhalten vor: Man gehe nach Schema F vor und habe offenbar aus der Krise nichts gelernt. Die Betriebsratsvorsitzende Margit Fischer empörte sich über das Ansinnen der Geschäftsleitung, noch während der Kurzarbeit Personal abzubauen und den Betriebsrat aufzufordern, das so genannte "freiwillige" Ausscheiden der Mitarbeiter zu unterstützen.
Jeder und Jede betroffen
Die TeilnehmerInnen des Workshops diskutierten vor diesem Hintergrund ihre Situation und Handlungsmöglichkeiten. Einigkeit herrscht darüber, dass man wirksamen Widerstand gegen die Contis Pläne organisieren und die dafür erforderlichen Strukturen schaffen wird. Zum Ziel des Erhalts aller Arbeitsplätze gibt es aus Sicht der Arbeitnehmerseite keine Alternative, denn: "Jeder und Jede ist betroffen. Nur klar ist das offenbar noch nicht Jedem." Aus diesem Grund will die Gruppe nun ein Netzwerk aufbauen, um die Kommunikation zu verbessern und die Geschäftleitung zur Kursänderung zu bewegen.
Entsprechende Aktionen sollen schon in Kürze folgen. Wer am Standort Wetzlar und überhaupt bei Conti noch Zweifel am Ernst der Lage hat, sollte sich den Ausspruch eines Business Unit-Leiters vor Augen führen: "Jeder Standort steht zu jeder Zeit mit jedem anderen Standort in Konkurrenz. Es wird weitere Stellenabbaumaßnahmen geben.&qu
Eine Pressemitteilung der IG Metall Mittelhessen zu diesen Thema können Sie als PDF über obenstehenden Link (Conti-Wetzlar-20-7-09.pdf) herunterladen.


