
Geschäftsleitung lehnt Standort- und Beschäftigungssicherung kategorisch ab
Kaum war die Verlagerung der Produktion vom Conti-Standort Wetzlar nach Tschechien im Frühjahr 2009 abgeschlossen, kündigte das Unternehmen weiteren Personalabbau in der noch übrig gebliebenen Verwaltung und Entwicklung (150 Arbeitsplätze) an. Nach den Plänen der Unternehmensleitung soll die Zahl der Beschäftigten in Wetzlar von mehr als 1.300 in 2006 auf ca. 450 schrumpfen.
Betriebsrat und Geschäftsleitung verhandelten seit der Ankündigung des Personalabbaus im Wirtschaftsaussschuß Ende Mai monatelang über einen Interessenausgleich. Der Betriebsrat wollte eine verbindliche Standort- und Beschäftigungssicherung vereinbaren.
Von der Geschäftsleitung kam dagegen das Angebot, ab 01.12.2009 wieder Kurzarbeit einzuführen und in dieser Zeit den Personalabbau über "freiwilliges Ausscheiden" zu forcieren. Zu zwei Stichtagen in 2010 sollten bestimmte Zielzahlen des Personalabbaus erreicht sein. Wenn nicht, sollte die Kurzarbeit beendet und sollten betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden.
Geschäftsleitung: Erst Kurzarbeit, dann trotzdem Kündigungen
Die geforderte Standort- und Beschäftigungssicherung für die verbleibenden und stark verunsicherten Beschäftigten lehnte die Geschäftsleitung kategorisch ab. Statt dessen wollte sie mit Beteiligung des Betriebsrates den Beschäftigten mit der Kurzarbeit noch mal richtig Geld aus der Tasche ziehen und sie schließlich um ihren Arbeitplatz zu bringen.
Der Betriebsrat ließ darauf hin die Interessenausgleichsverhandlungen scheitern. Kurzarbeit ist damit vom Tisch.
Über einen Sozialplan für Wetzlar mußte nicht mehr lange verhandelt werden. Der Ende 2008 verhandelte Sozialplan inklusive einer gut ausgestatteten Transfergesellschaft gilt auch für den neuen Personalabbau.
In einer Betriebsversammlung informierte der Betriebsrat die Beschäftigten am vergangenen Mittwoch.

