
Der Conti-Schließungsbeschluss für das Werk Clairoix verstößt nach ihrer Auffassung gegen französisches Arbeitsrecht.
Die Beschäftigten des Autozulieferers Continental in Frankreich wehren sich jetzt auch auf dem Rechtsweg gegen die Schließung ihres Werkes. Fünf Gewerkschaften wollen bei Gericht per Eilverfahren verhindern, dass Continental die Reifenfabrik im nordfranzösischen Clairoix vor Ende 2012 schließt. Continental hatte am 11. März bekanntgegeben, seine Reifenwerke in Hannover-Stöcken und in Clairoix zu schließen.
Die Antragsteller machen geltend, dass Continental gegen das französische Arbeitsrecht verstoßen hat: Statt sich zunächst mit dem Betriebsrat abzusprechen, habe das Unternehmen die Schließung im Alleingang beschlossen und als feststehende Tatsache verkündet. Mehrere hundert Conti-Arbeiter wollten bei dem Gerichtstermin am Dienstagnachmittag in Sarreguemines demonstrieren.
Die französischen Conti-Beschäftigten fühlen sich hintergangen, weil sie erst im vergangenen Jahr Zugeständnisse gemacht haben. Dabei hatten sie ihre Wochenarbeitszeit verlängert, um den Standort zumindest bis 2012 zu sichern. Das französische Werk soll jetzt noch dieses Jahr geschlossen werden.
Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde hatte vergangene Woche gesagt, die "wirtschaftliche Rechtfertigung" eines Sozialplans für Clairoix sei "höchst zweifelhaft". Auch im Fall des Werkes in Hannover sei fraglich, ob eine "brutale" Schließung wirklich notwendig sei.

