19.11.2009

Von: WM

Wetzlar: Ex-Conti-Mitarbeiter unter Druck

Neuer Eigentümer Kathrein erpresst Belegschaft, spaltet Betriebsrat

Ende 2008 hat Continental Automotive in Wetzlar die Service-Abteilung ausgegliedert. Etwa 70 Beschäftigte gingen per Betriebsübergang in ein Unternehmen der bayerischen Kathrein-Gruppe über. Anfang 2009 kamen noch einmal 30 Beschäftigte aus der Conti-"Restproduktion" in Wetzlar hinzu.

Die neue gegründete Kathrein-Tochter "Elektronik Service Wetzlar GmbH" ist wie die meisten anderen Kathrein-Unternehmen nicht tarifgebunden. Bis Mai 2009 waren die Conti-Betriebsräte in Wetzlar noch für die 100 Beschäftigten zuständig. Eine hart ausgehandelte Überleitungsvereinbarung sollte die zu Kathrein übergegangenen Mitarbeiter bestmöglich schützen.

Geschäftsführung hält sich nicht an Tarifverträge und  Betriebsvereinbarungen

Aber bereits kurz nach dem Betriebsübergang gab es mit dem neuen Geschäftsführer Konflikte, weil er sich nicht an die Tarifverträge und  Betriebsvereinbarungen hielt. Er versuchte, den neu gewählten Betriebsrat ständig über den Tisch zu ziehen. Gemeinsame Verhandlungen unter Teilnahme des IG Metall-Bevollmächtigten lehnte er kategorisch ab.

Bei tariflichen Entgelterhöhungen sahen die Beschäftigten in die Röhre. Sie bekamen weder die ihnen zustehenden Einmalzahlungen noch die 4,2%-Tariferhöhung in 2009. Stattdessen nimmt der Druck zu, die Arbeitszeit umsonst, ohne Lohnausgleich zu verlängern.

Jetzt versucht das Management, den Betriebsrat zu spalten und den Betriebsratsvorsitzenden abzusetzen. Dagegen hat die IG Metall Mittelhessen zu einer Unterschriftensammlung für den Betriebsratsvorsitzenden aufgerufen.


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