08.08.2010

Von: WM

Wende in der Einkommensverteilung nötig

Aus der Krise durch Stärkung der unteren Einkommensgruppen, durch Nachschlag für die Löhne

Die Daten der Industrie deuten darauf hin, dass der Aufschwung in vollem Gange ist. Gleichzeitig erklären Politiker, Notenbanker und Wirtschaftsweise, dass die Krise noch nicht zu Ende ist und dass deswegen unbedingt gespart werden muss, dass die Staatsschulden runtergefahren werden müssen.

Dagegen argumentiert Lucas Zeise in einem lesenswerten Kommentar in der Financial Times Deutschland (FTD) unter der Überschrift „Drei Jahre und kein bisschen weiser“.

Er stellt fest: „Denn wie immer kommt es beim Geld darauf an, wer darüber verfügt. Es kommt darauf an, wer zu welchem Zweck Schulden macht und bei wem.“

Ursache der Krise ist nicht die zu hohe Verschuldung

Schulden sind nicht gleich: Wenn Unternehmen für Investitionen Kredite aufnehmen, ist das gut. Wenn dagegen Privathaushalte Schulden machen müssen, um bei fallenden Einkommen den Konsum zu finanzieren, geht das nicht lange gut.

Die eigentliche Ursache der Weltwirtschaftskrise ist nicht die zu hohe Verschuldung. Die Verschuldung hat die Blase zum Platzen gebracht. Die eigentliche Ursache der Krise ist die ungleiche und immer ungleicher werdende Einkommensverteilung. Die klassische Krankheit des Kapitalismus, die zu geringe Endnachfrage. 

Der Weg aus der Krise führt über die Stärkung der unteren Einkommensgruppen. Von den explodierenden Gewinnen muss ein Nachschlag für die Löhne her.


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