12.08.2010

Von: NL

HZA: Firma beantragt zum wiederholten Male Mehrarbeit von bis zu 30 Überstunden im Monat

„Die Bude brummt“ - „Die Aufträge fliegen uns dermaßen um die Ohren“ - „Der Kunde droht mit Auftrag“ - „Wir müssen lieferfähig sein und bleiben“. Diese Sätze sind bei der Weltfirma Schaeffler seit kurzem wieder Gang und Gäbe, denn die Krise ist vorerst überwunden.

In diesen Tagen hat der Betriebsrat Herzogenaurach wieder einen Antrag der Personalabteilung erhalten, bei der ca. 950 Mitarbeiter mit mehr als 20 bis zu 30 Überstunden für die Monate August und September betroffen sind.

Der Betriebsrat hat jetzt für einem Monat und zwar für den August der Maßnahme zugestimmt um die Aufträge abarbeiten zu können und gleichzeitig in Verhandlungen mit der Personalabteilungen zu treten.

Die IG Metall-Vertrauensleute fordern nämlich schon seit längerem eine gewisse „Motivationsspritze“ für die Mitarbeiter. Denn die Belastung der einzelnen Mitarbeiter ist momentan so hoch, dass die Mitarbeiter ihre privaten Belange eh schon in den Hintergrund geschoben haben.

Nicht mal einen Sonderbonus oder ein Essen gibt es für die belasteten Kolleginnen und Kollegen. Auch dann nicht, wenn sie am Sonntag auf ihren Sauerbraten oder ihre Rindsroulade zu Hause verzichten müssen, weil sie an der Maschine stehen und produzieren müssen.

Die Mitarbeiter sind die Säule des Unternehmens und dieses ist den Verantwortlichen bei Schaeffler wohl noch nicht klar. Ein Kollege trifft  im internen Schaeffler-Forum den Nagel auf den Kopf. Er hat geschrieben: „…nicht ich muss froh sein, dass ich bei Schaeffler arbeite – sondern die Firma Schaeffler muss froh sein, dass sie mich hat!“

Der Betriebsrat kämpft schon seit längerem dafür, dass die Belastung der Einzelnen auf mehrere Schultern verteilt wird. Hier muss wieder Stammpersonal eingestellt werden. Dieses wurde der Personalabteilung immer wieder vorgeschlagen.

Stattdessen werden Mitarbeiter von Leiharbeitsfirmen eingestellt. Erstens zu einem Lohn von dem Leiharbeiternehmer nicht Leben können und somit eigentlich Hartz IV beantragen müssten, und zum zweiten nur befristet für einen kurzen Zeitraum, bei dem die Leiharbeiter nicht wissen ob sie Morgen noch kommen können bzw. dürfen. Die Unsicherheit ist hier sehr groß. Außerdem unterliegen Mitarbeiter die sich in Leiharbeit befinden nicht den Tarifverträgen von Schaeffler.

Das Schlimmste was es geben kann, ist die Demotivation der Mitarbeiter und genau das passiert derzeit bei Schaeffler.

Die IGM-Vertrauensleute fordern die Firmenleitung auf, unverzüglich mit dem Betriebsrat in Verhandlungen zu treten. Die Mitarbeiter sollen wieder gerne zur Arbeit kommen und das soll auch das Ziel sein.

Wir brauchen einen Bonus an die Mitarbeiter!

Wir brauchen Festeinstellungen statt Leihkräfte, zumindest aber brauchen wir eine faire Regelung für den Einsatz von Leiharbeit am Standort Herzogenaurach.


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