
Fast 50 Mio. Euro Gebühren
Nach dem Anfang der Woche veröffentlichen Emissionsprospekt für die Conti-Kapitalerhöhung kassieren die beteiligten Investmentbanken an Gebühren und Erfolgshonoraren bis zu 49,5 Mio. Euro. Das sind über vier Prozent des Erlöses aus der Kapitalerhöhung um 1,1 Mrd. Euro. Nach Zeitungsberichten verdienen die Banken damit etwa doppelt so viel wie bei einer klassischen Kapitalerhöhung.
Normalerweise werden bei einer Kapitalerhöhung von den beteiligten Banken die Aktien zu einem bestimmten Ausgabepreis angeboten. Am Finanzmarkt stellt sich dann heraus, wieviel die Anleger tatsächlich für die Aktien zahlen wollen. Wenn der Börsenkurs fällt, kommt weniger Geld als geplant in die Firmenkasse. Das Risiko geht zu Lasten des Unternehmens und seiner Eigentümer.
Anders im Fall Conti: Hier haben die an der Kapitalerhöhung beteiligten Banken Goldman, Deutsche Bank und J.P. Morgan sowie in der zweiten Reihe HSBC, Calyon und BNP Paribas das Platzierungsrisiko übernommen. Das heisst: Die Banken haben garantiert, dass bei der Conti-Kapitalerhöhung die garantierte Summe von 1,1 Mrd. Euro zusammen kommt. Wäre der Börsenkurs abgeschmiert, hätten die Banken das Risiko getragen.
Nach einem Bericht des Handelsblatt hatten Goldman und die anderen Banken das Milliardenrisiko aber nur wenige Stunden in den Büchern. Dann wurden nämlich die Conti-Aktienpakete an andere Investoren weitergereicht. Jetzt streiten die Banker darüber, ob Goldman Sachs der Familie Schaeffler ein Platzierungsrisiko eingeredet hat, das eigentlich nicht existierte. Denn der Conti-Aktienkurs hatte in der vergangenen Woche mehr als ein Fünftel auf bis zu 48 Euro zugelegt. Im Klartext: Bei der Kapitalerhöhung seien Millionen auf der Straße liegen gelassen worden.
Aber zu jedem Vertrag gehören zwei Seiten. Die Familieneigentümer kannten die beiden Konzepte einer Kapitalerhöhung und die damit verbundenen Risiken und Gebühren. Sie haben sich für Sicherheit entschieden.
Die Bankgebühren für die Kapitalerhöhung zahlen letztlich ohnehin die Beschäftigten.

