02.09.2010

Von: WM

Leiharbeits-Manager prangert schmutzige Praktiken der Branche an

Gleiche Bezahlung von Leiharbeitern und Stammbelegschaft gefordert

Fast jeder Leiharbeiter hat die schmutzigen Praktiken der Zeitarbeitsbranche schon am eigenen Leib erlebt. Aber viele Manager der Entleihfirmen und auch die für die Gesetze und die Kontrolle verantwortlichen Politiker wollen die brutalen Wahrheiten über die Zeitarbeitsbranche nicht hören.

Jetzt hat der Deutschland-Chef von Europas viertgrößter Zeitarbeitsfirma USG People, Marcus Schulz, gegenüber der Zeitschrift „Wirtschaftswoche“ im August bestätigt, dass die Branche nicht nur einige schwarze Schafe hat, sondern mit systematisch genutzten Tricks die Leiharbeiter betrügt und die gesetzlichen Vorschriften unterläuft:

„Immer noch werden Mitarbeiter vorsätzlich falsch eingruppiert, systematisch wird mit Krankenstand und Urlaubsansprüchen getrickst, um einsatzfreie Zeiten zu unterlaufen, die die Unternehmen eigentlich bezahlen müssten, oder um geringfügig Beschäftigte länger einzusetzen als erlaubt.

Schulz fordert „verbindliche Standards, die Mißbrauch und Tricks im Umgang mit Mitarbeitern und Vorschriften endlich unterbinden.“ Der Leiharbeits-Manager fordert in der „Wirtschaftswoche“, dass die Branche mit der Politik über die gleiche Bezahlung von Leiharbeitern und Stammbelegschaft sprechen muss.

Wir können die Aussagen des Leiharbeits-Managers nur voll unterschreiben. Und für Schaeffler gilt: Warum muss das „fortschrittliche Familienunternehmen“ unbedingt mit einer zwielichtigen Branche paktieren? Ist es auf die Dauer nicht besser, stattdessen das Modell einer unternehmensinternen Leiharbeitsfirma (QB) bayern- oder sogar bundesweit anzuwenden?


Druckansicht weiterempfehlen
Share/Bookmark/Subscribe