
Berechtigte Klagen über Lohndumping aus Deutschland?
Im März 2010 hat die französische Finanz- und Wirtschaftsministerin Christine Lagarde die permanenten deutschen Exportüberschüsse kritisiert und damit eine heftige Diskussion in Gang gebracht. Manche machen die deutschen Exporterfolge sogar für die Griechenland-Krise verantwortlich.
Jetzt, wenige Monate später, vermeldet Deutschland zweistellige Exportzuwächse, die der deutschen Wirtschaft den lang ersehnten Aufschwung bescheren. Aber die Ungleichgewichte innerhalb des Euroraums sind nach wie vor brisant und verdienen eine sachliche Diskussion:
Was sind die Ursachen der Handelsungleichgewichte in der Eurozone? Wie kann man sie glätten? Was bedeutet die Kritik an den deutschen Exporterfolgen für die stark exportabhängigen Branchen der Metall- und Elektroindustrie? Und wie muss die deutsche Politik auf die gefährlichen Ungleichgewichte in der Eurozone und der Weltwirtschaft reagieren?
Deutschland hat seine Arbeitnehmer stärker ausgequetscht
Dazu nehmen die aktuellen Wirtschaftspolitischen Informationen der IG Metall Stellung.
Ihr Fazit: „Tatsache ist, dass Deutschland im vergangenen Jahrzehnt enorm von der globalen und europäischen Nachfrage profitiert hat, ohne selbst viel zum globalen Wachstum beigetragen zu haben.“
Die Schlussfolgerung der IG Metall: „Mehr Binnennachfrage in Deutschland: Stärkung der Massenkaufkraft, mehr Unternehmensinvestitionen statt Finanzmarktspekulation und eine kluge staatliche Ausgabenpolitik können die Binnennachfrage ankurbeln. Soll der Euroraum nicht explodieren, muss Deutschland mehr importieren.“


