24.02.2010

Von: WM

Conti-Aktie steigt trotz tiefroter Zahlen

Neues, gemeinsam gebildetes Unternehmen soll börsennotiert sein

Conti hat am Dienstag die Zahlen für 2009 vorgelegt. Die sind tiefrot, doch der Conti-Vorstand gibt sich für 2010 zuversichtlich. Wegen der anziehenden Automärkte plant der Conti-Vorstand für 2010 ein Umsatzwachstum um mindestens fünf Prozent und ein deutlich besseres Ergebnis.

Conti hat das vergangene Geschäftsjahr mit einem Verlust von rund 1,65 Mrd. Euro abgeschlossen - über 500 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. Der Umsatz fiel wegen Wirtschafts- und Autokrise  um 17 Prozent auf rund 20 Mrd. Euro. Eine Dividende gibt es nicht.

Vor Zinsen und Steuern, ohne Sonderbelastungen erzielte Conti ein Ergebnis von 1,17 Milliarden Euro, nach 1,75 Milliarden Euro 2008. Das entspricht einer Umsatzrendite von 5,8 Prozent. Conti hat vor allem im PKW-Reifengeschäft gut verdient, verliert aber besonders in der Sparte Powertrain Geld.

Conti-Vorstand lässt „heiße Luft“ aus der Bilanz

Im Jahresverlust enthalten ist eine massive Abschreibung auf den Goodwill, den Geschäfts- und Firmenwert vor allem aus der Übernahme von VDO. Der sogenannte Goodwill entsteht immer dann, wenn der der Kaufpreis (z.B. für VDO) höher ist als der Wert des Vermögens. Im Kaufpreis stecken oft Ertragserwartungen an den Zukauf. Wenn diese Ertragserwartungen sich nicht realisieren, ist der Goodwill nur noch „heiße Luft“ in der Bilanz und muss abgeschrieben werden. Das neue Conti-Management hatte gleich nach Amtsantritt schon 875 Mio. Euro auf Firmenwerte abgeschrieben.

Schulden reduziert

Der Schuldenberg vor allem aus der Übernahme von Siemens VDO ist um 1,6 auf 8,9 Mrd. Euro abgebaut worden. Durch die Kapitalerhöhung von Anfang 2010 sinkt die Nettoverschuldung weiter auf 7,8 Mrd. Euro. Weil Conti im erwarteten Aufschwung aber wieder mehr investieren muss, hält der Vorstand einen weiteren Schuldenabbau 2010 nicht für machbar.

Conti-Chef Degenhart kündigte eine verstärkte Zusammenarbeit mit Schaeffler an. Mutterkonzern Schaeffler und Tochter Conti hätten sich darauf verständigt, "dass ein neues, gemeinsam gebildetes Unternehmen börsennotiert sein" werde.


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