08.01.2010

Von: WM

Conti: Beschlossene Kapitalerhöhung schon platziert.

Weiterer Schritt zur Zusammenführung von Conti und Schaeffler

Der Aufsichtsrat der Continental AG hat am 6. Januar 2010 in einer Telefonkonferenz einer Kapitalerhöhung bei der Continental AG zugestimmt. Die Konsortialbanken Goldman, u.a. Sachs, Deutsche Bank und JP Morgan, haben sich verpflichtet, sämtliche Aktien aus der Kapitalerhöhung zum Bezugspreis von € 35 pro Aktie zu übernehmen. Sie werden an sogenannte institutionelle Investoren (Versicherungen, Investment- und Pensionsfonds) weitergereicht.

Mit 35 € pro Aktie zahlen die Investoren einen Abschlag gegenüber dem Börsenkurs von 40,78 € pro Aktie am Mitwoch. Ein Abschlag von rund zehn Prozent soll in solchen Fällen üblich sein.

Conti kann Schuldenlast drücken

Continental bekommt auf diesem Wege mehr als eine Milliarde Euro und kann damit die Schuldenlast von ca. 9,5 Mrd. Euro senken, die aus der Übernahme von VDO stammen. Mit der Kapitalerhöhung und mit der schon im Dezember 2009 vereinbarten Umstrukturierung von Krediten ist die langfristige Refinanzierung von Conti gesichert. Im August 2010 wären eigentlich Kredite über 3,5 Mrd. Euro fällig geworden.

Schaeffler-Anteil bleibt bei über 75 Prozent

Nach der Kapitalerhöhung hält die Schaeffler Gruppe direkt und indirekt (über die Privatbanken Warburg & Co und Metzler) weiterhin mehr als 75 Prozent an der Continental AG. Ein Anteil von über 75 Prozent ist nötig, um später einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag durchzusetzen.

Maria-Elisabeth Schaeffler als Gesellschafterin der Schaeffler Gruppe erklärte zu der Kapitalerhöhung: „Wir begrüßen die erfolgreiche und schnelle Umsetzung der Kapitalerhöhung bei der Continental AG, die die Interessen aller Beteiligten gleichermaßen berücksichtigt. Dies zeigt auch das uns entgegengebrachte Vertrauen der Investoren. Damit sind die Weichen für die nächsten Schritte in eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft beider Unternehmen gestellt.“

Für die Financial Times Deutschland zeigt die Conti-Kapitalerhöhung, dass der Schaeffler-Einstieg bei Conti viel zu teuer war, dass es aber zur jetzt gefundenen Lösung keine Alternative gab.

Für das Handelsblatt bedeutet die Conti-Kapitalerhöhung, dass Schaeffler künftig die Macht in Hannover mit Mitaktionären teilen muss.


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